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MÜNCHEN – Der Tierpark Hellabrunn hat seine Eisbären wieder. Yog-hi und Giovanna tapsen seit Anfang August durch ihr neues, 2800 Quadratmeter großes, Zuhause. Ob sie schlafen, spielen oder schwimmen – der Zoobesucher kann das Geschehen aus unmittelba-rer Nähe betrachten: Nur etwa 20 Millimeter starkes Verbundglas trennt Mensch und Tier. So schön der freie Blick nach Innen und Au-ßen ist, so gefährlich sind große Glasflächen aber für frei fliegende Vögel. Diese erkennen das Glas oftmals nicht und prallen dagegen. Deswegen lieferte der baden-württembergische Glasveredler Arnold Glas 236 Quadratmeter der Glasfläche mit der weltweit einzigartigen Ornilux-Beschichtung. Dadurch wird der potenzielle Vogelschlag drastisch reduziert.

Das Vogelschutzglas Ornilux wurde schon mehrfach mit Tierschutz- und Designpreisen prämiert. Das Besondere: Für das menschliche Auge ist die Beschichtung kaum sichtbar. Sie reflektiert jedoch das für Vögel erkennba-re UV-Licht – der Vogel erkennt die Glasscheibe als Hindernis und kann ausweichen. Für einen Zoo, in dem Tierschutz die höchste Priorität hat, war Ornilux mikado die optimale Lösung. Die großen Glaswände sind eine freundliche Alternative zu unschönen Gitterstäben oder Schutzgräben. Das Gehege, das dem natürlichen Lebensraum der Eisbären stark nachemp-funden ist, behält seine Natürlichkeit, ohne dass die Glasscheiben zur To-desfalle für Vögel werden. Die Vögel erkennen das Hindernis, Eisbären und Zoobesucher erfreuen sich am klaren Durchblick.

Die Ornilux-Scheiben wurden in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Ornithologie entwickelt. Seit 2009 ersetzt im Modell Ornilux mi-kado eine filigrane Chaosstruktur das ehemalige streng streifenförmige Muster. Das neue Design wurde in diesem Jahr mit dem renommierten Designpreis „red dot: best of the best“ prämiert. Ornilux mikado setzte sich gegen 1.600 Mitbewerber durch.

Eine der modernsten Eisbärenanlagen der Welt

In nur 287 Tagen wurde im Münchner Tierpark Hellabrunn eine der groß-zügigsten und modernsten Eisbärenanlagen der Welt geschaffen – ein ehr-geiziger Zeitplan, der nur durch den großen Einsatz aller beteiligten Firmen eingehalten werden konnte. Auch für Arnold Glas war das Projekt Hel-labrunn eine besondere Herausforderung: Die bis zu 750 kg schweren Ein-heiten in Übergröße mussten innerhalb von kürzester Zeit zur Auslieferung bereit stehen.

„Durch die spezielle Ornilux-Beschichtung, die einen stark erhöhten Ferti-gungsaufwand zur Folge hat“, erläutert Arnold Glas-Geschäftsführer Hans-Joachim Arnold, „mussten die Gläser bei uns innerhalb von zwei Tagen zu Verbundgläsern verarbeitet werden.“ 34 Ausführungen ohne Beschichtung (243 Quadratmeter) und 37 Ornilux-Gläser (236 Quadratmeter) stellte Arnold Glas innerhalb weniger Wochen fertig. In München wusste man die-sen Aufwand zu schätzen, denn nur dank der passgenauen Arbeit des Glaszulieferers konnte das Gehege rechtzeitig eröffnet werden.

Große Augen und platt gedrückte Nasen

Am Eröffnungswochenende Anfang August strömten die Zuschauermas-sen nach Hellabrunn, um die Eisbären Joghi und Giovanna in ihrem neuen 5,2 Millionen-Euro-Domizil zu bewundern. Begeisterte Kinder drückten sich die Nasen an den Glaswänden platt und bestaunten mit großen Augen das neue Luxuszuhause der tierischen Wohngemeinschaft. Keine Distanzen und keine Gitter, die den Blick auf das freudige Treiben im Gehege behin-dern. Ob Joghi mit Spielzeug um sich wirft oder Giovanna vom Felsen ins kühle Nass springt – die Tierfreunde sehen jede Bewegung und dürfen sich über eine weitere Besonderheit freuen. Die Felsenhöhle mit Wasserbecken ist besucherseitig komplett verglast und gewährt spannende Einblicke, wenn Joghi und Giovanna unter Wasser tollen.



© Glaswerke Arnold, Alfred-Klingele-Str. 15, 73630 Remshalden, Telefon +49 (0)7151 - 7096 - 0